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Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. (TVV) und Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Newsletterarchiv
LUI/TVV-Newsletter 36 (April 2009)
I. INSTITUTSNEWS
Zu Beginn des Sommersemesters informieren wir Sie wieder über die wichtigsten Neuigkeiten aus Institut und TVV.
Am Montag, den 27. April hält Anke te Heesen, seit einem Jahr neu berufene Professorin am LUI, ihre Antrittsvorlesung zum Thema Exposition Imaginaire. Zur Geschichte und Theorie der Stellwand. Alle Bezieher/innen des Newsletter und insbesondere alle LUI-Studierende sind herzlich eingeladen auf 18 Uhr in den Hörsaal der Klassischen Archäologie im Schloss.
Der erfreulich großen Nachfrage wegen bleibt die Ausstellung "Tü amo! Italienisches im Tübinger Alltag" drei Wochen länger, bis Anfang Mai, geöffnet. Bisher wurden fast 5000 Besucher im Haspelturm von Schloss Hohentübingen gezählt und täglich werden es mehr. Den Spuren des Italienischen kann man außerdem weiterhin an den meisten Ausstellungsorten in der Stadt begegnen. Die Ausstellung im Haspelturm ist an Feiertagen und Wochenenden von 11 bis 17 Uhr geöffnet: am 18./19. und 25./26. April sowie vom 1. bis 3. Mai. Am Dienstag, 5. Mai, sind ab 20 Uhr die Freunde des Italienischen zur Finissage im Haspelturm eingeladen; es werden Ausstellungsstücke, Plakate und anderes versteigert.
Im Rahmen des Institutskolloquiums „Glanz und Elend der Mobilität“ gibt es am 5. Mai einen Besuch in Reutlingen zum städtischen Projekt „Auspacken: Dinge und Geschichten von Zuwanderern“ – ein interkulturelles Projekt unter der Leitung der EKW-Absolventin Claudia Eisenrieder. Auch bereichern hochkarätige auswärtige ReferentInnen das aktuelle Kolloqprogramm. Das Kolloquium begleitet den diesjährigen dgv-Kongress in Freiburg, Br. (27.-30.9.2009) zum Thema: Mobilitäten. Europa in Bewegung als Herausforderung kulturanalytischer Forschung.“
Pünktlich zu Semesterende präsentiert das Kooperationsprojekt des LUI mit dem Planungsstab Stadtmuseum Stuttgart die Ergebnisse des Studienprojekts „HeimatStadt Stuttgart“ im Wilhelmspalais in Stuttgart, Dienstag, 21.7.09, 18 Uhr. Unter der Leitung von Dr. Anja Dauschek und .Bernhard Tschofen beschäftigten sich 29 Studierende der EKW mit den räumlichen Orientierungen und (auch symbolischen) Ordnungen der Stadt, vermittelt und erlebt von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern. Ansätze der Urbananthropologie wurden verknüpft mit kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf Gedächtnis und materielle Kultur. Die Ergebnisse dienen als Bausteine für ein zukünftiges Stadtmuseum Stuttgart.
Die AG „Jüdische Studien“ lädt wieder im Semester zu zwei sehr interessanten Vorträgen ein. Interessierte außerhalb und innerhalb der Uni sind herzliche willkommen.
Die genauen Termine wie auch die Neuveröffentlichungen der TVV sind im Anschluss detailliert angegeben. Bitte, informieren Sie sich auch auf unserer Homepage
http://www.uni-tuebingen.de/kultur . Wir möchten Sie zu allen diesen Veranstaltungen gerne und herzlich einladen!
Noch eine Nachricht aus der Rubrik „Personalia“ zum guten Schluss: Kaspar Maase wird im Sommersemester die Otto-von-Freising-Gastprofessur an der Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wahrnehmen. Dem LUI bleibt er im SoSe aber natürlich dennoch erhalten.
II. TERMINE
Montag, 27.04.2009, 18 Uhr c.t.
Antrittsvorlesung Prof. Anke te Heesen: Exposition Imaginaire. Zur Geschichte und Theorie der Stellwand.
Ort: Hörsaal Klassische Archäologie, Schloss
Dienstag, 05.05.2009. 20 Uhr c.t.
Finissage der Ausstellung Tü amo! Italienisches im Tübinger Alltag" mit Versteigerung wertvoller Ausstellungsstücke und Plakate.
Ort: LUI Ausstellungsraum
Dienstag, 05.05.2009, 20 Uhr s.t.
Vortrag im Rahmen der AG Jüdische Studien: Roland Müller, Carsten Kohlmann, Stadtarchiv Stuttgart: Das Jüdische Dokumentationszentrum im Stadtarchiv Stuttgart.
Ort: LUI Übungsraum
Donnerstag, 07.05.2009, 16.30 Uhr (Achtung veränderter Beginn und Ort!)
Projektbesuch im Rahmen des Institutskolloquiums: „Auspacken: Dinge und Geschichten von Zuwanderern“, ein Projekt der Stadt Reutlingen unter der Leitung von Claudia Eisenrieder
Ort: Treffpunkt 16.30 Uhr vor dem Projekt-Container am Nikolaiplatz/Wilhelmstraße in Reutlingen
Donnerstag, 18.06.2009, 18 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums – Faith Nibbs, Dallas TX: Global Alb? The Hmong Community of Gammertingen.
Der Vortrag ist in englischer Sprache.
Ort: LUI
Dienstag, 30.06.2009, 20 Uhr s.t.:
Vortrag im Rahmen der AG Jüdische Studien: Michael Heitz, Eppingen: Jüdisches Leben im Kraichgau. Projekte und Vernetzung
Ort: LUI, Übungsraum
Donnerstag, 02.07.2009, 18 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums – Ramona Lenz, Frankfurt a.M.: Europäische Mobilitäten. Migration und Tourismus im Mittelmeerraum.
Ort: LUI
Dienstag, 21.7.2009, 18 Uhr
Präsentation des Studienprojekts "HeimatStadt Stuttgart", Leitung Dr. Anja Dauschek und Bernhard Tschofen, im Wilhelmspalais der Stadt Stuttgart
Achtung Ort: Stuttgart, Wilhelmspalais, Konrad-Adenauer-Str. 2
Donnerstag, 23.07.2009, 18 Uhr c.t.
Institutsvollversammlung, anschließend Feier für die AbsolventInnen des Studienjahres 2008/09
Ort: LUI und Garten, Schloss
III. VERÖFFENTLICHUNGEN der TVV
Kaspar Maase (Hrsg.): Tü amo! Italienisches im deutschen Alltag. Eine Tübinger Lokalstudie. Tübingen 2009 - 247 S. : Ill. ISBN 978-3-932512-57-5 24,00 Euro; TVV-Mitglieder: 15,60 Euro
Darf’s noch ein Espresso nach dem Essen sein?“ – Diese Frage wird einem schon lange nicht mehr nur beim Italiener gestellt. Wir trinken Latte Macchiato statt Milchkaffee und tragen Schuhe von Mailänder Designermarken. Im deutschen Alltag wird italienische Kultur gesucht, gefunden und erfunden. In puncto Lebensstil will man heute möglichst italienisch wirken – nicht mehr möglichst pariserisch oder amerikanisch.
Die Deutschen werden, wie die Italiener, immer mehr zu Weltbürgern; sie gemeinden ehemals Fernes und Fremdes ein, mischen es mit dem Gewohnten und veralltäglichen es. Doch zugleich halten sie auf geradezu romantische Weise fest an dem Wunsch, mit Italienischem Leichtigkeit, Schönheit und Genuss in ihr Leben zu holen.
Claudia Eisenrieder: Arrangierte Autonomie? Über Eheerfahrungen von Migrantinnen türkischer Herkunft (Studien und Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen 33) Tübingen 2009 - 165 S. : Ill. ISBN: 978-3-932512-52-0 14,00 Euro, TVV-Mitglieder: 9.10 Euro
Dort Zwangsheirat und arrangierte Heirat, hier Liebesheirat – so lautet eine beliebte Grenzziehung zwischen islamischen Zuwanderern und deutscher Mehrheitsbevölkerung.
Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch vier Partnerschaften von Migrantinnen, die durch unterschiedliche Muster der Eheanbahnung zustande kamen. Zu Wort kommen zwei Frauen, die als Heiratsmigrantinnen aus der Türkei in ein schwäbisches Dorf kamen, und zwei Töchter türkischer Arbeitsmigranten, die mit Männern aus dem Herkunftsland verheiratet sind. Die Autorin fragt, welche Erfahrungen sie in ihren Ehen gemacht haben und welche Vorstellungen von Autonomie und Abhängigkeit ihr Denken und Handeln leiten. In der ethnographischen Nahsicht lösen sich die Schlagwörter und die ethno-zentrierten Erklärungsmodelle auf.
Sarah Kubin: Ritual der Individualisten. Eine ethnographische Studie zum Wandel des katholischen Gottesdienstes (Studien und Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen 32) Tübingen 2009 - 195 S. : Ill. ISBN: 978-3-932512-51-3; 15,50 Euro
TVV-Mitglieder: 10,08 Euro
"Ritual der Individualisten" – ein provozierender Titel. Geht es in einem religiösen Ritual doch eigentlich um die kollektive Erfahrung, ja sogar um ein Aufgehen des Einzelnen in der Ritualgemeinschaft.
Aber die vorliegende Untersuchung zeigt: Im heutigen katholischen Sonntagsgottesdienst spielen individuelle Vorstellungen von einem gelungenen Ritual eine wichtige Rolle – sowohl auf Seiten der Gottesdienstbesucher als auch auf der Seite der zelebrierenden Priester. Werden die vielfältigen Erwartungen der Besucher nicht erfüllt, bleiben sie weg oder wechseln die Gemeinde. Entsprechen die rituellen Vorgaben nicht der persönlichen Sichtweise der Priester, werden Einzelheiten durchaus auch abgeändert.
Die ethnographische Studie der Kulturwissenschaftlerin Sarah Kubin beschreibt Gottesdienst-Situation und -Erleben in drei Stuttgarter Kirchengemeinden. Dabei arbeitet sie heraus, welch vielschichtiges Unterfangen diese kirchliche Zentralveranstaltung Sonntag für Sonntag ist. Die Arbeit stellt keinen Ratgeber für Priester und Gemeindemitglieder dar; sie gibt Denkanstöße und schärft den Blick auf das "eigene" Ritual.
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