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Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. (TVV) und Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Newsletterarchiv
LUI/TVV-Newsletter 31 (Februar 2008)
I. INSTITUTSNEWS
Zu Semesterende wollen wir Sie wieder über die wichtigsten Instituts-/TVV-Neuigkeiten informieren. Dazu gehören diesmal an erster Stelle die Personalia: Prof. Dr. Gottfried Korff wurde am 30. November 2007 mit dem hochkarätig besetzten und gut besuchten Kolloquium „Adnoten“ in den Ruhestand verabschiedet. Es hat einmal mehr die Leistungen Gottfried Korffs auf verschiedenen Feldern eindrucksvoll vor Augen geführt und gezeigt, wie sehr seine Arbeiten auch über das Fach und die Universität hinaus Wirkung entfalten konnten. Wir wünschen ihm – und uns –, dass sich das auch mit dem neuen Status nicht ändert!
Als seine Nachfolgerin tritt am 1. April Dr. Anke te Heesen, seit 2006 Leiterin des Museums der Universität, die Professur für Empirische Kulturwissenschaft/Museumswissenschaft an. Wir werden Frau te Heesen im Rahmen eines Umtrunks nach dem ersten Institutkolloquium des Sommersemesters (Do., 17. April, 18 Uhr) im LUI begrüßen. Herzlich willkommen!
Auch auf Fakultätsebene gibt es einen Wechsel. Der vielen Leserinnen und Lesern des Newsletters wohl bekannte Dr. Werner Lang, Fakultätsassistent seit der ersten Stunde, wurde am vergangenen Montag im Rahmen einer würdigen Feier in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin Frau Dr. Maike Rehburg wird sich zum 1. März um die immer wichtiger werdenden organisatorischen Belange der Fakultät kümmern.
Auf dem Gebiet der Medienpräsenz hat das LUI seit Anfang diesen Jahres nicht mehr nur seine gut besuchte und immer aktuelle Homepage im Angebot, sondern verfügt jetzt auch über eine eigens von der Medienabteilung der Universität Tübingen erstellte TV-Produktion: Unter dem Titel „Ludwig-Uhland-Institut“ wurden Lehrende und Studierende über Studium und Forschung im LUI interviewt. Die 35minütige Campus-TV-Produktion wird am 14.2. im Rahmen der Institutsvollversammlung (IVV) erstmals gezeigt werden. Dazu schon an dieser Stelle eine herzliche Einladung an alle, an der IVV teilzunehmen. Über die Seiten von Campus-TV wird es außerdem demnächst einen Zugriff auf die Online-Version des Films geben: http://www.medabt.de/campus-tv/index.html.
Die Kooperationen und Netzwerke zur Implementierung der EKW in Stadt, Land und Region wurden intensiviert und tragen bereits viele Früchte. So ist es gelungen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart ein dreisemestriges Studienprojekt zu initiieren. Unter der Überschrift „HeimatStadt Stuttgart“ werden für das geplante Stuttgarter Stadtmuseum neue Sammelmethoden für ein städtisches Museum des 21. Jahrhunderts erforscht. Die Projektleitung wird von Anja Dauschek (Stadtmuseum Stuttgart) und Bernhard Tschofen (LUI) gemeinsam wahrgenommen. Für dieses Projekt findet eine verbindliche Vorbesprechung statt: Freitag, 15. Februar 10 Uhr im LUI!
Am 11. April 2008 wird im Stadtmuseum Tübingen die Ausstellung „Wortschatz. Vom Sammeln und Finden der Wörter“ eröffnet. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation von Unimuseum, Stadtmuseum und Ludwig-Uhland-Institut. Das LUI präsentiert darin hauptsächlich Themen aus dem DFG Projekt „Konstituierung von Region als Wissensraum“ (Tschofen/Keller-Drescher). Zur Vernissage um 19 Uhr im Stadtmuseum Tübingen sind Sie herzlich eingeladen.
Zu den Heimattagen Baden-Württemberg, die 2009 in Reutlingen stattfinden werden, haben Bernd Jürgen Warneken und Bernhard Tschofen mit der Stadt Reutlingen gleich zwei interessante Projekte vereinbart. Neben einem ethnographischen Studienprojekt über „Ehrenamt und Integration von MigrantInnen“ soll ein Forschungs- und Dokumentationsprojekt zur Reutlinger Migrationsgeschichte realisiert werden.
Und schließlich hat der neugegründete Arbeitskreis „Interdisziplinäre Museumsforschung“ – getragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Kunsthistorischen Institut, dem Institut für Wissensmedien, dem Museum der Universität und dem LUI – gemeinsam mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach erste Schritte zur Realisierung eines größeren museumswissenschaftlichen Forschungsprojekts eingeleitet.
Positiv beschieden wurden auch – vorbehaltlich der Mittelfreigabe – zwei Anträge aus dem TEA-teaching-equality-Programm der Gleichstellungsstelle der Universität Tübingen. Praxisvorträge beruflich erfolgreicher EKW-Absolventinnen und ein Seminar zur aktuellen Genderforschung (Almut Sülzle, Martina Schuster) können dadurch im Sommersemester das Lehrangebot des LUI wesentlich bereichern. Die genauen Termine zu den Vorträgen werden im nächsten Newsletter veröffentlicht werden.
Die aktuellste Veröffentlichung aus der TVV wird am 14.2. feierlich in der Institutsvollversammlung präsentiert. Wir freuen uns sehr, hier die kommentierte Bibliographie von Utz Jeggle „Meine EKW. Utz Jeggle am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft“ vorstellen zu können. Anschließend an die IVV mit Berichten über das abgelaufene Semester folgt dann die Erstaufführung der Campus-TV-Produktion „Ludwig-Uhland-Institut“ – Studieren und Forschen im LUI (2008, 35 Min.), bevor ein Umtrunk mit Wein und Knabbereien den Semesterausklang begleitet.
Zum Schluss noch ein Aufruf in eigener Sache: EKW-StudentInnen suchen Praktikumsplätze! Praktika sind heute unverzichtbar. Sie geben Einblick in verschiedene Berufsfelder, fördern die Persönlichkeitsentwicklung und schaffen tragfähige Kontakte zu möglichen Arbeitgebern. Das LUI hat deshalb zwei studienbegleitende Praktika in Institutionen der Kulturarbeit und Kulturvermittlung fest in das neue Bachelor-Studium integriert. Vorbereitet und begleitet werden die Praktika durch Kolloquien. Stellensuche, Bewerbung, Ablauf und mögliche Institutionen werden gemeinsam erarbeitet und besprochen.
Wie im 'richtigen Leben' wird die Wahl der Praktikumsstelle von den Studierenden organisiert. Um sie dabei zu unterstützen, ist eine Datenbank in Aufbau, die potentielle Anlaufstellen für EKW-StudentInnen bereithält.
An dieser Stelle deshalb der herzliche Aufruf an alle Ehemaligen: MACHEN SIE MIT!! Melden Sie sich im LUI (gesa.ingendahl@uni-tuebingen.de) und bieten Sie den Studierenden in Ihrem Betrieb, Ihrer Organisation, Ihrer Behörde oder Ihrer Einrichtung einen Praktikumsplatz.
II. TERMINE
14.02.08,18 Uhr
Institutsvollversammlung – mit folgendem Programm: 1) „Meine EKW. Utz Jeggle am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft“. Präsentation der „Wissenschaftlichen Biographie und Bibliographie“ (Tübinger Korrespondenzblatt, 59)
2) Aktuelle Berichte des Instituts; 3) „Ludwig-Uhland-Institut“ – Erstaufführung der Campus-TV-Produktion über Studieren und Forschen im LUI (2008, 35 min); 4) Umtrunk
15.02.08, 10 Uhr
Zusätzliches Studienprojekt (Laufzeit SoSe 2008 bis Soe 2009)
In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Stuttgart (in Planung) kann ab April 2008 das dreisemestrige Studienprojekt „HeimatStadt Stuttgart“ angeboten werden. Das ethnographische Projekt über Identitäten und Orientierungen in der „Metropole Stuttgart“ zielt auf die Dokumentation ausgewählter Lebensläufe und dient der Exploration neuer Sammelmethoden für ein städtisches Museum des 21. Jahrhunderts. Die Projektleitung wird von Anja Dauschek (Stadtmuseum Stuttgart) und Bernhard Tschofen (LUI) gemeinsam wahrgenommen.
Für dieses Projekt findet eine verbindliche Vorbesprechung statt: Freitag, 15. Februar 10 Uhr im LUI
11. 04. 2008 19 Uhr
Vernissage der Ausstellung „Wortschatz. Vom Sammeln und Finden der Wörter“ im Stadtmuseum Tübingen (in Kooperation von Unimuseum, Stadtmuseum und Ludwig-Uhland-Institut). Herzliche Einladung!
SoSe 2008, Di 18 Uhr
Vortragsreihe „Kultur als Beruf – Frauen aus der Praxis berichten“. Beruflich erfolgreiche Frauen aus den Bereichen Museum, Journalismus, Unternehmensberatung und Kulturmanagement werden eingeladen, um über ihre berufliche und persönliche Biographie zu berichten und den Studentinnen Horizonte für den eigenen Werdegang zu eröffnen.
Die hochkarätigen Referentinnen und ihre Termine im Mai, Juni und Juli (Di 18 bis 20 Uhr) im Veranstaltungsraum des LUI werden im nächsten Newsletter gesondert bekannt gegeben.
III. VERÖFFENTLICHUNGEN der TVV
Ulrich Hägele: Foto-Ethnographie. Die visuelle Methode in der volkskundlichen Kulturwissenschaft 2007 - 420 S. : Ill. ISBN 10: 3-932512-48-0 13: 978-3-932512-48-3; 36,00 Euro; TVV-Mitglieder: 23,40 Euro
Als Bildwissenschaft agierte die Volkskunde seit ihren Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts mit Fotografien und verwendete sie zumeist zur Illustration und Dokumentation von Trachten, Bräuchen und ländlichen Architekturen. Zugleich begünstigte der Umgang mit dem visuellen Medium den Prozess der sich etablierenden Volkskunde als Wissenschaft. Heute nimmt die quellenkritische und theoretisch fundierte Erforschung der Visuellen Kultur in den neu formierten volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Disziplinen eine herausragende Rolle ein.
Ulrich Hägele nähert sich der ethnographischen Fotografie unter den drei Stichwörtern Sinnstiftung, Ideologisierung und Professionalisierung. Er liefert faszinierende Einblicke in die Geschichte der foto-ethnographischen Feldforschung und beschreibt anschaulich die interdisziplinären Möglichkeiten des methodischen Vorgehens. Das Buch ist die erste deutschsprachige Monographie, die sich der ethnographischen Fotografie in dieser Ausführlichkeit und zeitlichen Tiefe widmet.
Meine EKW. Utz Jeggle am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft. Wissenschaftliche Biographie und Bibliographie (Bd. 59, Reihe „Korrespondenzblatt“). Tübingen 2008; 6,00 Euro; TVV-Mitglieder 4,00 Euro.
Neben Hermann Bausinger, Martin Scharfe, Gottfried Korff und später Bernd Jürgen Warneken prägte Utz Jeggle das LUI entscheidend mit. Er setzte 1969 mit seiner Dissertation über „Judendörfer in Württemberg“ und 1977 mit seiner Habilitationsschrift „Kiebingen - eine Heimatgeschichte“ wesentliche Eckpfeiler des Faches. Darüber hinaus eröffnete er mit zahlreichen Schriften ein ungewöhnlich breites Themenspektrum, das etwa in der Beschäftigung mit jüdischer Lebenswelt und der Kultur des Erinnerns, in der Einbeziehung von Körperlichkeit und Sinnlichkeit, in frappierenden Alltagsstudien oder gegen den Strich gebürsteter Brauchtumsforschung, im deutsch-französischen Wissens(schafts)transfer, in (psycho)analytischer und feldforscherischer Fundierung einen produktiven und originellen Ausdruck findet. Es waren die weit verstreuten Aufsätze, die bei Utz Jeggle den Wunsch aufkommen ließen, diese Spuren zu sichern. Seine Bibliographie wird eingerahmt von Texten seiner Weggefährten, Schülerinnen und Schüler und der Abschiedsvorlesung Utz Jeggles, deren Überschrift „Meine EKW“ diesem Korrespondenzblatt den Titel gab
Gottfried Korff (Hg.): Kasten 117. Aby Warburg und der Aberglaube im Ersten Weltkrieg (Bd. 105, Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts). ISBN 10: 3-932512-44-8; 13: 978-3-932512-44-5. Erscheint demnächst.
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