Homepage des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen
 
Homepage der Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V.
 

 

 

 

 

[back]

Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. (TVV) und Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Newsletterarchiv

LUI/TVV-Newsletter 30 (Oktober 2007)

I. INSTITUTSNEWS

Zu Semesterbeginn wollen wir Sie wieder über die wichtigsten Instituts-/TVV-Neuigkeiten informieren. Dazu gehört eine Reihe von interessanten Veranstaltungen – den Auftakt macht gleich ein „Doppelpack“ zu Semesterbeginn:
Erfreulich für uns ist, dass das „Forum junger Forschung“ Schule macht. Am dies universitatis der Tübinger Universität (18. Oktober 2007) werden erstmals aus allen Fächern unserer Fakultät herausragende Arbeiten präsentiert. Das LUI ist dort mit Sarah Kubin vertreten. Doch gibt es natürlich eine ganze Reihe von Abschlussarbeiten, die einen guten Einblick in die Leistungen junger Forscherinnen und Forscher ermöglichen. Mit unserem LUI-internen Forum weichen wir daher in die zweite Semesterwoche aus. Am 25. Oktober werden drei weitere Arbeiten aus dem Institut vorgestellt.
Ganz klandestin hätte zunächst ein Abschied vonstatten gehen sollen – zumindest wenn es nach den Vorstellungen des „Hauptbetroffenen“ gegangen wäre. Doch können und wollen wir Gottfried Korff, der seit 30. Sept. 2007 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist, nach mehr als drei Jahrzehnten im LUI nicht einfach so ziehen lassen. Wir freuen uns, dass wir ihn nun mit einem hochkarätig besetzten Symposion „Adnoten“ (mit anschließendem Fest) am 30. Nov. 2007 verabschieden dürfen. Bitte, merken Sie sich den Termin vor, es ergehen in den nächsten Tagen noch gesonderte Einladungen mit Programm.
Mit Beginn des Wintersemesters beteiligt sich das LUI am Erasmus-Mundus-Programm der Europäischen Kommission. Wir arbeiten in einem Verbund gemeinsam mit den Universitäten Bergamo (I), Lissabon (P), Perpignan (F), Sheffield (UK), St. Andrews (UK) und Santiago de Compostela (E). Das Programm beinhaltet einen gemeinsamen internationalen Studiengang (Master of Arts) „Crossways in European Humanities“ mit einem universitäts- bzw. länderübergreifend bestrittenen Curriculum und soll den Studierendenaustausch auf MA-Ebene intensivieren. Nähere Informationen demnächst.
Bereits im September war Übersee zu Gast. Das LUI erhielt hochrangigen Besuch aus Japan. Frau Professor Akiko Mori, die Direktorin des „National Museum of Ethnology“ in Osaka, mit der Europäischen Ethnologie durch Studien- und Gastaufenthalte in Wien und Berlin bereits sehr vertraut, hat sich in Begleitung ihrer beiden Kollegen Professor Michiya Iwamoto (University of Tokyo) und Professor Yukihiko Shigenobu (University of Kitakyusyu) mit den LUI-Professoren Reinhard Johler und Bernhard Tschofen über mögliche Kooperationen ausgetauscht. Derzeit prüfen beide Seiten die weiteren Möglichkeiten. In welcher Dimension und auf welcher Ebene auch immer, das LUI würde die Zusammenarbeit mit den japanischen Partnern gerne weiter verfolgen und intensivieren.
Das Institutskolloquium steht im Wintersemester ganz im Zeichen der europäischen Dimension der Kulturforschung. Vorgestellt und diskutiert werden sollen – unter anderem in einer Reihe prominent besetzter Gastvorträge – Ansätze aus verschiedenen Ländern sowie die Netzwerke unseres „Vielnamenfaches“.
Zu Referaten lädt darüber hinaus auch die am Institut ansässige Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Studien“. Vielleicht dürfen wir nochmals darauf hinweisen, dass die AG öffentlich ist und allen Interessierten offen steht – selbstverständlich auch für den Besuch einzelner Veranstaltungen.
Und zuletzt noch: Neues gibt es auch auf unserer Homepage in der Rubrik „Photogalerien“ zu entdecken. Aktuell können Sie dort u.a. die Photos von der AbsolventInnen-Feier im Juli finden.
Die wichtigsten Termine wie auch die Neuveröffentlichungen der TVV sind weiter unten detailliert angegeben. Bitte, informieren Sie sich auch auf unserer Homepage.
Wir möchten Sie zu allen diesen Veranstaltungen gerne und herzlich einladen!

II. TERMINE

18.10.07,16-18 Uhr
„Forum junger sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Forschung“ im Rahmen des Dies Universitatis 2007. Hervorragende Abschlussarbeiten aus den Fächern der Fakultät werden vorgestellt. Vom LUI trägt vor– Sarah Kubin: Ritual der Individualisten. Katholischer Sonntagsgottesdienst im sozialen Wandel.
Ort: Gr. Übungsraum Institut f. Soziologie, Hegelbau Wilhelmstraße

25.10.07, 18 Uhr
„Forum junger Forschung“ am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft im Rahmen des Institutskolloquiums: Drei Absolventinnen stellen ihre hervorragenden Magisterarbeiten vor
– Claudia Eisenrieder: "Zwangsheirat", "arrangierte Heirat", "Liebesheirat". Eine empirische Untersuchung zum Autonomie- und Abhängigkeitsverständnis von Migrantinnen türkischer Herkunft mit heiratsmigratorischem Hintergrund.
– Eberhard Forner: Wirklichkeit im Fernsehen: Journalistische Berichterstattung zwischen Darstellung und Konstruktion. Eine empirische Analyse am Beispiel der Sendung ‚Treffpunkt’ des SWR Fernsehens
– Doris Scherret: Vom Lehrer der Tanzkunst zum Dienstleister der Spaßgesellschaft? Ein Berufsbild im Wandel: Tätigkeit und Funktion des Tanzlehrers im Vergleich zwischen den fünfziger Jahren und der Gegenwart.
Ort: Übungsraum, LUI

06.11.07, 20 Uhr s.t.
Vortrag der AG „Jüdische Studien“ – Helmut Gabeli, Gesprächskreis ehemalige Synagoge Haigerloch: Die Nutzung der Synagoge in Haigerloch 1938-2007. Film: Was wurde aus der Synagoge? Zeitzeugen erinnern sich
Ort: Übungsraum, LUI

22.11.07, 18 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums – Jean-Louis Georget (Maître de conférences) École des hautes études en sciences sociales (EHESS), Centre de recherches interdisciplinaires sur l'Allemagne (CRIA): „Eine andere Geschichte der Volkskunde
Ort: Übungsraum, LUI

30.11.07, 14-19.15 Uhr
Adnoten – Kolloquium anlässlich der Verabschiedung von Gottfried Korff
Ort: Hörsaal des Archäologischen Instituts, Schloss Hohentübingen

06.12.07, 18 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums – Mark Butler (Philadelphia/Berlin): Performativity and the Ideologies of Liveness in Electronic-Music Performance (The Baden-Württemberg Seminar of The American Academy in Berlin)
Ort: Übungsraum, LUI

15.01. 07, 20 Uhr s.t.
Vortrag der AG „Jüdische Studien“ – Hans Otto Binder, Historiker/Tübingen: Joseph Süß Oppenheimer und Alfred Dreyfuss – ein unmöglicher Vergleich? Zwei Opfer des Antisemitismus
Ort: Übungsraum, LUI

07.02.2008, 18 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums – Brigitta Svensson (Stockholm): The cultural boundaries of citizenship. Some analytical reflections on identity-formation
Ort: Übungsraum, LUI

III. VERÖFFENTLICHUNGEN der TVV

Felicitas Hartmann : Augenlust und Gaumenfreuden. Zum Wert- und Gebrauchswandel von Springerlesmodeln (Studien und Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen; 31) 2007 - 152 S. : Ill. ISBN 10: 3-932512-45-6; 13: 978-3-932512-45-2; 12,80 Euro; TVV-Mitglieder: 9,32 Euro
Im Mittelpunkt dieser ethnographischen Studie steht die soziale Biographie eines klassischen volkskundlichen Objekts. Nachgezeichnet wird der Umgang mit den hölzernen Springerlesmodeln von ihrer Funktion als Backform über ihre Umwertung zur Antiquität bis hin zum „emotionalen Ding“ mit individuellen Nutzungsweisen und Bedeutungen. Was steckt hinter dem aktuellen Trend, der „Mode des Modelns“? Und wie wird der aktive Einsatz originaler sowie originalgetreu nachgebildeter Springerlesmodel zu einem Stück Identitätsfindung ihrer Besitzer? Mithilfe von Alltagsbeobachtungen, von Recherchen im Kunsthandel und im Museum wird die Musealisierung der Model als ein für unsere Gegenwart bezeichnendes Kulturmuster beschrieben.

Andrea Wetterauer: Lust an der Distanz. Die Kunst der Autoreise in der "Frankfurter Zeitung" (Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen; 104) 2007 - 290 S. ISBN 10: 3-932512-43-X; 13: 978-3-932512-43-8 19,00 Euro; TVV-Mitglieder: 12,35 Euro
„Wir gleiten wie auf einem Regenbogen über das Land“ – in der Beschreibung einer Autofahrt um 1929 erscheint Distanzwahrung als neues Reisevergnügen: Die „Kunst der Autoreise“ ist ein Gegenentwurf zur Demokratisierung und Kommerzialisierung des Fremdenverkehrs. Zu den Agenturen, welche Nutzungs- und Deutungskonzepte für das noch junge Automobil entwerfen, gehört die zeitgenössische Presse. Die Autorin untersucht die renommierteste Reisebeilage der Weimarer Republik, das „Bäder Blatt“ der Frankfurter Zeitung, in dem große Namen wie Boveri, Brentano, Kracauer und Roth vertreten sind. Ihre Funde und ihre Interpretationen eröffnen neue Einsichten in den sozialen Sinn der frühen Autoreise.

 

[Home - TVV | Home - LUI | Newsletterarchiv]

Webmaster / Stand: 16.07.2009