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Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. (TVV) und Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Newsletterarchiv
LUI/TVV-Newsletter 28 (April 2007)
I. INSTITUTSNEWS
Rechtzeitig vor dem Beginn des Sommersemesters wollen wir Sie wieder über Ereignisse im und Aktivitäten des Ludwig-Uhland-Instituts informieren. Auf zahlreiche wichtige und interessante Termine können wir unten verweisen.
Mit dem Wintersemester liegt ein überaus ereignisreiches Semester hinter uns. In der Lehre brachte es die dank guter Vorbereitung einigermaßen reibungslos verlaufene Einführung der neuen Studiengänge (BA und MA). Damit ist ein sehr wichtiger Schritt der Anpassung des Faches an die Strukturen der ‚bologna-konformen‘ Universität bewältigt. Wir glauben, diesen Prozess soweit möglich studierendenfreundlich und vor allem mit Augenmaß für die zu erhaltenden und weiter zu entwickelnden Qualitäten der Tübinger EKW gestaltet zu haben. Auch für die fortan fälligen Studiengebühren haben wir unter Beteiligung der Studierenden alles in der Macht des Instituts Stehende unternommen, um den dem Institut zustehenden Anteil möglichst transparent zu verwalten und allein für die erwünschte Verbesserung der Lehr- und Lernsituation einzusetzen. Wir hoffen, dass die Studierenden nun von den Verbesserungen auch de facto profitieren können!
Ungeachtet der hohen organisatorischen Anforderungen konnte das Institut im Herbst und Winter eine Reihe von Symposien und Veranstaltungen ausrichten, die – mit Erfolg, wie wir meinen – die Schwerpunkte in Forschung und Lehre vertieft und wichtige Grundlagen für die künftige Entwicklung gelegt haben. Positiv in Erinnerung bleiben wird einigen auch der 9. Februar 2007: Zwei Studentinnen des Ludwig-Uhland-Instituts – Claudia Jochen und Corina Suceveanu – waren unter den ausgewählten 50 Studierenden, die an diesem Tag mit Bundespräsident Horst Köhler und seinem italienischen Amtskollegen Präsident Giorgio Napolitano über „Mein Europa 2015“ diskutieren konnten. Bei der Diskussion im Historischen Lesesaal der Universitätsbibliothek trugen die Studierenden unter anderem ihre „Tübinger Thesen“ zur Gestaltung Europas vor. Die engagierte Auseinandersetzung zeigte, wie wichtig neben dem politischen und ökonomischen Argument auch die Kompetenz für historisch-kulturelle Europa-Konzepte und die kulturellen Dynamiken in Europa ist. Bei den zur Vorbereitung der Diskussion veranstalteten Workshops – bei denen Frau Prof. Claudia Buch, Prof. Joachim Grammig (beide Wirtschaftswissenschaftliches Seminar) und Prof. Bernhard Tschofen (LUI) den Studierenden beratend zur Seite standen – brachten die Perspektiven der beiden LUI-Studentinnen wichtige Inputs und sorgten für eine erfreuliche Bereicherung der Diskussionen unter den TeilnehmerInnen. Auch bei der Ausarbeitung der Schwerpunkte und Präsentationen in verschiedenen Arbeitsgruppen konnten sie ihre Positionen zum Nutzen der Gesamtgruppe stark machen.
Über unsere „Personalia“ berichten wir allerdings mit leicht gemischten Gefühlen: Wir freuen uns für PD Dr. Gudrun König, die im Januar 2007 einen Ruf an die Universität Dortmund angenommen hat und mit 1. April 2007 auf die Professur (W 3) „Kulturanthropologie des Textilen“ am Institut für Kunst und Materielle Kultur der Universität Dortmund wechselt. Aber wir beklagen natürlich ihren Weggang und sind sehr froh, dass sie das unter ihrer Leitung stehende Studienprojekt „Die Mittel der Lehre“ noch zum Abschluss bringen kann. Die Präsentation des Projektbandes „Anschauungsmaterial: Fachgeschichte als Sachgeschichte“ erfolgt Ende des Sommersemesters (Termin wird noch bekannt gegeben) – ein kleines Abschiedsfest wird sich daran anschließen. Dennoch wünschen wir schon jetzt alles Gute für die in Dortmund wartenden neuen Herausforderungen!
II. TERMINE
In Vorbereitung des Mainzer Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (23.–26.09. 07) steht das Institutskolloquium im Sommersemester unter dem Thema „Medialität des Alltags“. Zu diesem Schwerpunkt, aber auch zu anderen Themen können wir in den nächsten Monaten eine Reihe interessanter Gastvorträge anbieten – im Rahmen des LUI, aber auch in bewährten Kooperationen.
03.05. 07, 18 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums „Medialität des Alltags“: Prof. Dr. Jonas Frykman (Lund): Jules Verne was never in Istria. Political monuments and imagined realities
Ort: Übungsraum, LUI
04.05. 07, 14 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des SFB-Kolloquiums „Kriegserfahrungen“ (SFB 437): Prof. Dr. Maja Povrzanovic Frykman (Malmö): The forgotten Majority: Civilians in Post-Yugoslav Wars 1991–95
Ort: Theologicum, Raum S 9
24.05. 07, 18 Uhr c.t.
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums „Medialität des Alltags“: apl. Prof. Dr. Luca Renzi (Urbino) / Prof. Dr. Hermann Bausinger (Tübingen): Typisch italienisch typisch deutsch: Kulturwissenschaftliche Dialoge über Identitäten und Stereotypen
Ort: Übungsraum, LUI
13.06. 07, 20 Uhr c.t.
Vortrag in Kooperation mit dem Institut culturel franco-allemand de Tübingen: Prof. Dr. Christian Bromberger (Marseille): Le football, une vision cohérente du monde contemporain.
Ort: Institut culturel franco-allemand, Doblerstraße 25
Der Vortrag wird übersetzt und von Prof. Dr. Reinhard Johler moderiert.
14.06. 07, 18 Uhr c.t.
Vortrag in Kooperation mit dem d.a.i.: Maximilian Preisler (Berlin): Studs Terkel. Der Mann, der Amerika interviewte.
Ort: Deutsch-Amerikanisches Institut Tübingen, Karlstraße 3
17.06. 07
Exkursion der AG „Jüdische Studien“ zum Jüdischen Kulturmuseum Augsburg:
Im November 2006 wurde die Dauerausstellung des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg neu eröffnet. Die Exposition zeigt die reichhaltige Kultur der jüdischen Gemeinde Augsburg und die wechselvolle Geschichte der Juden ins Augsburg und bayrisch Schwaben vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Das Museum ist in einer Synagoge untergebracht. Bei der ganztätigen Exkursion ist eine Führung vorgesehen. Treffen zur Abfahrt mit dem PKW am Sonntag 17.06. 07 um 9.30 Uhr beim Uhlanddenkmal in der Tübinger Uhlandstrasse.
Kosten: Eintritt EUR 2, (für Studierende) plus Fahrtkostenbeteiligung. Studierende können einen Exkursionsschein aufgrund der Teilnahme und eines zweiseitigen Protokolls erwerben. Anmeldung zur Exkursion bis spätestens 10.06. bei Martin Ulmer: Ulmer-Martin(at)t-online.de
05.07. 07
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums „Medialität des Alltags“: Dr. Michaela Fenske (Göttingen): Enzyklopädie als volkskundliches Wissensformat.
III. VERÖFFENTLICHUNGEN
Bernd Jürgen Warneken (Hg.): Volksfreunde. Historische Varianten sozialen Engagements (= Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen, 103). Tübingen 2007.
398 Seiten, : Ill.; ISBN 10: 3-932512-38-3; 13: 978-3-932512-38-4
EUR 25,00, TVV-Mitglieder: EUR 16,25
Inhalt:
Mehr als nur Empathie, auch Sympathie prägte weithin die Beziehung der volkskundlichen Kulturwissenschaft zu den sozialen Unterschichten. Dies war der Ausgangspunkt eines Symposions, das sich der vielfältigen Problematik bürgerlicher und intellektueller „Volksfreundschaft“ mithilfe einer Modellsammlung näherte. Sie enthält den fürsorglichen Mafioso ebenso wie den autoritären Arbeiterführer, den Kunsterzieher wie den Armenpriester; sie umfasst karikative und radikale, sozialistische und marktwirtschaftliche, paternalistische und kooperative Varianten und sucht dabei nach brauchbaren Formen sozialen Engagements – nicht nur, aber auch der Wissenschaft.
Bernd Jürgen Warneken. Die Ethnographie popularer Kulturen. Eine Einführung. Wien u.a., Böhlau (UTB) 2006
409 Seiten; ISBN: 3-8252-2853-3; EUR 24.90 (im Buchhandel)
Inhalt:
Die Kultur unterer Sozial- und Bildungsschichten ist ein zentrales Thema der Europäischen Ethnologie, der Empirischen Kulturwissenschaft und der Volkskunde. Der vorliegende Band ist der erste ausführliche Überblick über diese „Ethnographie popularer Kulturen“. Er verbindet die Behandlung der historischen und der Gegenwartsforschung mit der Diskussion aktueller Aufgaben. Im Unterschied zu Einführungen, die bei Theorien, Gegenstandsbereichen oder Methoden ansetzen, geht das Buch an drei klassischen Leitmotiven der ethnographischen Unterschichten-Darstellung entlang: an den Zuschreibungen Primitivität, Kreativität und Widerständigkeit.
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