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Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. (TVV) und Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Newsletterarchiv
LUI/TVV-Newsletter 15 (Januar 2006)
Das LUI und die TVV möchten mit diesem Newsletter zuallererst ein gutes Neues Jahr 2006 wünschen und gleichzeitig viele erfreuliche, aber auch eine traurige Nachricht mitteilen.
I. INSTITUTSNEWS
Wiederholt ist in diesem Newsletter schon von unseren Planungen für die bevorstehende Einführung von BA und MA die Rede gewesen. Diese Diskussionen sind nun weitgehend abgeschlossen, und wir planen diese neuen Studiengänge im Wintersemester 2006/7 einzuführen. Zumal aber Bachelor und Master das Studium und das Institutsleben entscheidend verändern, möchte das LUI alle Interessierten gerne über die Neuerungen informieren. Wir werden dies im nächsten Newsletter tun.
Für das LUI besonders erfreulich ist zudem, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung gerade einen Vorphasenantrag für das unter der Federführung der EKW beantragte Verbundprojekt „Bewegtes Europa – Migration, Integration und die Gestaltung kultureller Vielfalt“ genehmigt hat. Neben der Erziehungs-, der Politik- und der Sportwissenschaft ist das LUI mit drei Projekten beteiligt: „Erfahrung und Praxis kultureller Vielfalt und Differenz im europäischen Tourismus“ (Bernhard Tschofen), „Kommunale Europäisierung. Zur kulturellen Praxis der Städtepartnerschaften“ (Reinhard Johler), „Persönliche Netzwerke von Zuwanderern. Ein Vergleich zwischen türkischen und italienischen ArbeitsmigrantInnen der 2. Generation sowie gleichaltrigen Spätaussiedlern“ (Bernd Jürgen Warneken).
Für das LUI höchst erfreulich ist auch, dass Birgit Huber M.A. nach der Beendigung ihrer Mitarbeitertätigkeit eine Graduiertenstelle am Max Planck Institut for Social Anthropology in Halle/Saale bekommen hat.
Traurig hingegen ist eine andere Nachricht, die uns aus Paris erreicht hat. Zum Jahresende ist unsere Kollegin Dominique Lassaigne bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Dominique Lassaigne war wiederholt am LUI zu Gast. Gemeinsam mit ihr und mit Jean-Louis Georget beabsichtigte das LUI 2006 ein gemeinsames deutsch-französisches Procope-Projekt zu „Eine „Histoire croisée“. Volkskunde – Ethnologie francaise – Europäische Ethnologie“ zu starten. Ihr unerwarteter Tod betrifft uns daher sehr!
Ihr zum Andenken – und damit als Zeichen der Fortführung unseres deutsch-französischen Austausches – aber sollen mehrere Veranstaltungen gewidmet sein. Wir laden zu diesen herzlich ein.
II. TERMINE
24.01.06, 20 Uhr
Vortrag im Rahmen der „Jüdische Studien“ am LUI
Anette Stuber-Rousselle, Kulturwissenschaftlerin/Tübingen:
Frauen und Judentum
Ort: Übungsraum des LUI
26.01.06, 18 Uhr 15
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums
Freddy Raphael, Strasbourg
L’Alsace et ses Juifs. La difficile construction d’une identité dans l’affrontament à l’alterité.
Ort: Übungsraum des LUI
01.02.06, 20 Uhr
Vortrag im Rahme der Studium Generale Reihe „Neueste Ergebnisse der Gender Studies: Konstruktion von Geschlecht in Wissenschaft, Kunst, Literatur“
Gudrun M. König
Das Geschlecht der Dinge. Materielle Kultur und Geschlechterforschung.
Ort: Kupferbau, HS 22
02.02.06, 20 Uhr 15
Vortrag am d.a.i.
Andrea Hoffmann: „Jewish Mobsters“ – Jüdische Mafiosi.
Ort: Karlstr. 3, Tübingen
09.02.06, 20 Uhr 15
Vortrag im Rahmen der mit dem Institut Culturel Franco-Allemand in Tübingen gemeinsam durchgeführten Gesprächsreihe „Dans le Regard de l’Autre“
Henri Pena-Ruiz (Paris) : Politique et religion : fondements et enjeu de la laicité
Der Vortrag wird übersetzt.
Ort: Institut Culturel Franco-Allemand, Doblerstr. 25, Tübingen
21.02.06, 20 Uhr 15
Vortrag im Rahmen der mit dem Institut Culturel Franco-Allemand in Tübingen gemeinsam durchgeführten Gesprächsreihe „Dans le Regard de l’Autre“ (in Kooperation mit dem Institutum Judaicum Tübingen)
Freddy Raphael (Strasbourg): „Effacer la marque de l'homme. Comment interpreter de cimetières juifs en France?“
Der Vortrag wird übersetzt.
Ort: Institut Culturel Franco-Allemand, Doblerstr. 25, Tübingen
III. TVV-VERÖFFENTLICHUNGEN
Bd. 98 der Reihe Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts
Gottfried Korff (Hg.): KriegsVolksKunde. Zur Erfahrungsbindung durch Symboldbindung
2005 – 353 S.: Ill.
ISBN 3-932512-28-6
Euro 24,--
TVV-Mitglieder: Euro 15,60
Die verfremdende Schreibweise des Titelbegriffs deutet an, dass es sich bei vorliegendem Band nicht um eine wissenschaftshistorische Darstellung handelt, sondern um eine Sammlung von Beiträgen zur kulturwissenschaftlichen Kriegsforschung, die aus volkskundlichen Fragestellungen erwachsen sind. Die Studien stammen aus dem Umkreis des Tübinger Sonderforschungsbereichs "Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit". Sie fragen nach der Leistung von Symbolen bei der auf den Krieg bezogenen Erfahrungskonstitution. Untersucht wird die Rolle von Kriegsmuseen, Denkmälern, Uniformen, Orden, Erinnerungsritualen und anderen Formen der Modellierung von Kriegserfahrungen.
Eckhart Frahm (Hg.): Merkwürdige Geschichten. Eine Sammlung in elf Kapiteln und Analysen zu dieser Erzählgattung
2005 – 245 S.: Ill.
ISBN 3-932512-34-0
Euro 15,--
TVV-Mitglieder: Euro 9,75
Märchen, Sagen und Legenden finden sich heute fast nur noch in Büchern, nicht mehr im „Volksmund“. Aber erzählt wird immer noch: Vor allem unerwartete, seltsame, manchmal unerklärliche Erlebnisse werden im Gedächtnis bewahrt und auch weitergegeben. Ein Studienprojekt des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft hat sich mit dieser sehr wenig beachteten Erzählgattung beschäftigt. Es hat in Tübingen, Reutlingen und Umgebung „Merkwürdige Geschichten“ gesammelt. Daraus ist ein 245 Seiten starkes Buch mit 150 Erzählungen und elf kommentierten Beiträgen geworden.
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