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Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. (TVV) und Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Newsletterarchiv

LUI/TVV-Newsletter 13 (Oktober 2005)

I. INSTITUTSNEWS

Zu Semesterbeginn wollen wir Sie wieder über die wichtigsten Instituts-/TVV-Neuigkeiten informieren. Dazu gehört v. a. eine Reihe von – wie wir meinen – wichtigen und interessanten Veranstaltungen. So beteiligt sich das LUI heuer bereits zum dritten Mal mit dem „Forum junger Forschung“ am Dies universitatis der Tübinger Universität (03.11.05). Das Institutskolloquium hat „Positionen und Netzwerke europäischer Kulturforschung“ zum Thema und damit einen durch mehrere prominente Vortragende besetzten „Internationalisierungsschwerpunkt“. Zu Referaten ladet darüber hinaus auch die am Institut ansässige AG „Jüdische Studien“.
Als besondere Höhepunkte sehen wir zwei vom Institut ausgerichtete Tagungen: Am 6. und 7. November 2005 (s. das Programm weiter unten) findet das gemeinsam mit der Strasbourger Soziologie und dem Tübinger SFB „Kriegserfahrungen“ ausgerichtete deutsch-französische Kolloquium „Zwischen Krieg und Frieden. Die Konstruktion des Feindes“ statt. Vom 18. bis zum 20. November 2005 wird am Tübinger Schloss die von der Töpfer-Stiftung geförderte Tagung „Where is Europe? / Wo ist Europa? / Où est l’Europe?“ Dimensionen und Erfahrungen des neuen Europa“ stattfinden (s. auch dazu weiter unten das ausführliche Programm).

In diesem Wintersemester werden unsere Diskussionen und Vorbereitungen für die Einführung der neuen BA/MA-Studiengänge abgeschlossen werden. Wir werden Sie dann rechtzeitig über unsere Vorstellungen informieren. Mit Beginn des Wintersemesters läuft auch leider das Beschäftigungsverhältnis mit Frau Birgit Huber, M.A. aus, die bei uns erfolgreich als wissenschaftliche Assistentin tätig war. Und zuletzt noch: Auf der Homepage des Instituts finden Sie nun auch die Photos unserer Absolvent/innen-Feier im Juli.

Die wichtigsten Termine, wie auch die Neuveröffentlichungen der TVV sind weiter unten angegeben. Bitte informieren Sie sich auf unserer Homepage. Wir möchten Sie aber zu allen diesen Veranstaltungen gerne und herzlich ein.

II. TERMINE

03.11.05, 16-18 Uhr
„Forum junger Forschung“ am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft zum Dies Universitatis 2005
Carmen Reuther: Tübinger und „Fremde“ in der Fotografie des Lokalpressefotografen Alfred Göhner (1907-1985)
Haug Simone: Integrationsfördernde und -hemmende Faktoren im interkulturellen Arbeitskontext nach grenzüberschreitenden Firmenübernahmen
Matthias Möller: „Ein recht direktes Völkchen“. Sichtweisen auf die Auseinandersetzungen vor der Landessammelunterkunft für Asylbewerber in Mannheim-Schönau 1992
Meike Niepelt: Gib Aids keine Chance. Eine qualitative und quantitative Analyse visueller Strategien gegen Aids am Beispiel deutscher, französischer und schweizerischer Aids-Präventionsplakate des Deutschen Hygiene-Museums Dresden
Ort: Übungsraum des LUI

03.11.05, 19 Uhr
Präsentation des Projektbandes „Merkwürdige Geschichten“
Ort: Foyer des Schwäbischen Tagblatts, Uhlandstr. 23, Tübingen

06.-07.11.05 (ganztägig)
Deutsch-französisches Kolloquium des LUI mit dem „Laboratoire Cultures et Sociétés en Europe“ der Marc Bloch Université Strasbourg und dem Tübinger SFB 437 (Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit) zum Thema „Zwischen Krieg und Frieden: Die Konstruktion des Feindes“.
Das Kolloquiumsprogramm findet sich weiter unten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ort: Institut culturel franco-allemand (6.11.) bzw. LUI (7.11.05)

10.11.05, 18 Uhr 15
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums
Rajko Mursic, Ljubljana
Slovene Ethnology and its Various Faces: From Folk Culture and the Way of Life to (Post)modern Popular Culture
Ort: Übungsraum des LUI

15.11.05, 20 Uhr
Film im Rahmen der „Jüdische Studien“ am LUI
Dokumentarfilm über deutsche Juden im Nationalsozialismus
Filmpräsentation und Diskussion
Ort: Übungsraum des LUI

15.11.05, 20 Uhr
Lesung von Reutlinger Erzählenden. Einleitung: E. Frahm u. H. Bausinger
Ort: Stadtbibliothek Reutlingen

24.11.05, 18 Uhr 15
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums
Thomas Schippers, Nizza
Ort: Übungsraum des LUI

08.12.05, 18 Uhr 15
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums
Isac Chiva, Paris
Ort: Übungsraum des LUI

13.12.05, 20 Uhr
Vortrag im Rahmen der „Jüdische Studien“ am LUI
Doris Muth, Historikerin/Freiburg und Martin Ulmer, Tübingen:
Neue wissenschaftliche Ansätze zur jüdischen Geschichte:
Ein Überblick zu Theorien, Methoden und Perspektiven
Ort: Übungsraum des LUI

15.12.05, 18 Uhr 15
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums
Ullrich Kockel, Ulster
Folklore, Volksleben und die neue Ethnologie. Perspektiven aus dem Vereinigten Königreich.
Ort: Übungsraum des LUI

24.01.06, 20 Uhr
Vortrag im Rahmen der „Jüdische Studien“ am LUI
Anette Stuber-Rousselle, Kulturwissenschaftlerin/Tübingen:
Frauen und Judentum
Ort: Übungsraum des LUI

26.01.06, 18 Uhr 15
Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums
Freddy Raphael, Strasbourg
L’Alsace et ses Juifs. La difficile construction d’une identité dans l’affrontament à l’alterité.
Ort: Übungsraum des LUI

01.02.06, 20 Uhr
Vortrag im Rahme der Studium Generale Reihe „Neueste Ergebnisse der Gender Studies: Konstruktion von Geschlecht in Wissenschaft, Kunst, Literatur“
Gudrun M. König
Das Geschlecht der Dinge. Materielle Kultur und Geschlechterforschung.
Ort: Kupferbau, HS 22

03.-05.02.06
Dissertantenkolloquium in Inzigkofen
Eine separate Einladung erfolgt demnächst!

III. Programm des deutsch-französischen Kolloquiums (6. u. 7. 11.)

„Zwischen Krieg und Frieden: Die Konstruktion des Feindes“/“Entre Guerre et Paix: La Construction de l’Ennemi“

Veranstalter:
Ludwig-Uhland Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Eberhard Karls Universität Tübingen
Faculté des Sciences Sociales
& Laboratoire Cultures et sociétés en Europe (UMR du CNRS n° 7043)
Université Marc Bloch Strasbourg
Tübinger Sonderforschungsbereich 437:
Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit

Die Referate werden in französisch bzw. in deutsch gehalten und von Frau Dr. des. Nathalie Blaha-Peillex übersetzt.

Eine Anmeldung für die Tagungsteilnahme ist nicht notwendig.

Sonntag/Dimanche, 06.10.

10 h 00 Anne RABEYROUX (ICFA Tübingen)
Begrüßung/Allocution de bienvenue

Reinhard JOHLER
Einführung/Introduction: Der „Feind“ in den Wissenschaften – Der Tübinger SFB „Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit“

10 h 45 Dietrich BEYRAU
Diffuse Feindbilder und ziellose Gewalt? Imperiale und nationale Befindlichkeiten in Russland 1900-1953

11 h 15 Pascal HINTERMEYER
Polémologie et construction de l'ennemi

12 h 00 Mittagspause/Pause de midi

14 h 00 Stefan SCHREINER
Notwendiger oder erlaubter Krieg? Anmerkungen zu einem halachischen Problem und seinen aktuellen Bezügen

14 h 45 Geneviève HERBERICH-MARX
Ambivalence de la figure de l'ennemi

15 h 30 Kaffeepause/Pause café

16 h 00 Anne-Sophie LAMINE
Guerre ou paix des dieux?

16 h 45 Claudia SCHLAGER
Zwischen Feindesliebe und Erbfeindschaft. Deutsche und französische Katholiken im Ersten Weltkrieg

17 h 30 Patrick SCHMOLL
L’ennemi introuvable

Ort/Lieu: Institut Culturel Franco-Allemand, Doblerstr. 25, Tübingen

Montag/Lundi 7 novembre

9 h 00 Gabrielle PETITDEMANGE:
L'ennemi: Une figure absente dans le journal de la guerre de 1915-1918 de Francesco Giulani, berger poète des Abruzzes

9 h 45 Monique SCHEER
„Völkerschau“ im Gefangenenlager. Anthropologisch-ethnologische
Feindbildkonstruktionen im Ersten Weltkrieg

10 h 30 Kaffeepause/Pause café

11 h 00 Régis SCHLAGDENHAUFEN
De la persécution à l’émancipation. Juifs, Tsiganes et homosexuels: généalogie de trois groupes de victimes

11 h 45 Sébastien SCHEHR
L'ennemi intérieur: la figure du traître en temps de guerre et en temps de paix

12 h 30 Mittagspause/Pause de midi

14 h 30 Horst TONN
Kriegskorrespondenten als Deutungsinstanzen im Irak-Krieg?

15 h 15 Karen DENNI
L’anti-américanisme: la naissance d’un nouvel ennemi commun de la France et de l’Allemagne?

16 h 00 Kaffepause/Pause café

16 h 30 Ulrich HÄGELE
War Is Over. Eine kleine Ikonographie des Kriegsendes

17 h 15 Pascal DECARPES
Crime, médias et prison: en quête d’un ennemi?

18 h 00 Abschlussdiskussion/Discussion générale

Ort/Lieu: Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Schloss

IV. Tagung „Where is Europe“ (18.-20.11.05)

Tagungsthema: Where is Europe?/Wo ist Europa?/Où est l’Europe?
Dimensionen und Erfahrungen des neuen Europa
Veranstalter: Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
18.-20. November 2005
Schloss Hohentübingen, Tübingen, Hörsaal des Archäologischen Institutes

Die kostenlose Tagungsanmeldung bitte an: Waltraud.Lang@uni-tuebingen.de

Programm

Freitag, 18. November 2005

14.15 Barbara SCHOLKMANN, Vize-Rektorin der
Eberhard Karls Universität Tübingen
Grußwort

14.30 Reinhard JOHLER (Tübingen)
Wo ist Europa? Ethnographische Annäherungen

15.30 Gottfried KORFF (Tübingen)
Europa-Exposée

16.30 Kaffeepause

17.00 Marie Louise von PLESSEN (Berlin-Brüssel)
Das Europa-Museum in Brüssel: Planung und Konzept

Samstag, 19. November 2005

9.00 Robert PICHT (Brügge)
Ein transnationales Europa? Verflechtungszusammenhänge
in Geschichte und Gegenwart

10.00 Jonas FRYKMAN (Lund)
Cultural Parentheses. On the organisation of memory and oblivion in a regional
context

11.00 Kaffeepause

11.30 Werner LEIMGRUBER (Basel)
Europa an der Wand. Schweizerische Verortungen

12.30 Mittagspause

14.30 Viktoriya HRYABAN (Czernowitz)
Europäisierung und Europa im Spannungsfeld zwischen Europäischer Union und
der Ukraine

15.30 Teodora STEFANESCU (Oradea)
Siebenbürgen und das „Kleine Europa“ im Kontext der Integration Rumäniens
in die Europäische Union

16.30 Kaffeepause

17.00 Magdalena ELCHINOVA (Sofia)
The Making of an European Identity: The Case of Bulgaria

Sonntag, 20. November 2005

9.30 Bernhard TSCHOFEN (Tübingen)
Ein Europa der kulinarischen Regionen? Konstituierung und Praxis
raumkultureller Bindungen

10.30 Stefan IMMERFALL (Berlin)
Europa gegen EU-Europa: Das real existierende Europa in der Sicht der Bürger

11.30 Kaffeepause

12.30 Chris HANN (Halle/Saale)
Die Anthropologie von Europa: eine eurasien-zentrierte Perspektive

14.00 Ende der Tagung

Europa, das gemeinsame Europa, ist zweifelsohne da als Warenmarkt, als Rechts- Kommunikations- und Finanzraum. Wenngleich oft unbemerkt, hat es sich in den Alltag von Millionen von Menschen eingeschrieben. Aber ist dieses neue Europa erfahrbar, und wenn ja, wie und wo?
In diesem interdisziplinären Symposion wird der vergleichend kultur- und sozialwissenschaftliche Blick auf jene vielfältigen Orte von Politik, Kultur, Freizeit und Verkehr gelenkt werden, in denen Europa gerade alltäglich geschieht, in denen somit das ansonsten abstrakte Europa für die Bürgerin/den Bürger ein konkretes, in sich aber höchst vielfältiges und auch widersprüchliches Gesicht bekommt. Denn eines steht außer Zweifel: Europa wächst im Moment räumlich, noch stärker aber kulturell mehr in die Breite denn in die Tiefe. Und eben diese kulturelle Breite gilt es in einer auf europäische Alltage fokussierenden Ethnographie erst als erleb- und vielleicht auch gestaltbare Vielfalt zu vermessen.
Dies soll im Rahmen dieser Tagung mit Blick auf Museen, Freizeitparks und Transferzonen, aber auch aus der Perspektive der europäischen ‚Peripherien’ geschehen. Denn die Frage „was Europa“ bzw. „wer Europa“ ist, stellt sich zunehmend auch als Frage nach dem „wo“ (und „wo nicht“). Daher sollen in einem das Symposion beschließenden Teil auch die Konzepte der interdisziplinären Europaforschung kritisch ausgeleuchtet werden.

Die Tagung wird von der Alfred-Töpfer-Stiftung F.V.S. gefördert.

V. TVV-VERÖFFENTLICHUNGEN

Bd. 27 der Reihe Studien&Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts
Gudrun M. König (Hg.): Alltagsdinge. Erkundungen der materiellen Kultur
2005 - 167 S. : Ill.
ISBN 3-932512-31-6

Euro. 9,60
TVV-Mitglieder: Euro 6,24

Um die Beziehungsgeschichte zwischen Menschen und Dingen geht es in diesem Band, der das erste „Tübinger kulturwissenschaftliche Gespräch“ dokumentiert. Zu Ehren von Gottfried Korff widmete es sich 2002 der sozialen und kulturellen Existenzweise alltäglicher Dinge und Artefakte und diskutierte ihre theoretische, historische und ethnographische Erkundung.
Der Band präsentiert Analysen materieller Kultur der Disziplinen Soziologie (Elfie Miklautz), Ethnologie (Hans-Peter Hahn), Geschichtswissenschaft (Dirk van Laak), Empirische Kulturwissenschaft/Volkskunde (Gottfried Korff und Martin Scharfe) und Ethnologie française (Denis Chevallier). Aus der Perspektive der kulturhistorisch-ethnographischen Museen kommentiert Uwe Meiners die Diskussionen, und Andrea Hauser resümiert die interdisziplinären Zugänge im Hinblick auf eine Forschungsgeschichte materieller Kultur.

Die „Tübinger kulturwissenschaftlichen Gespräche“ werden in regelmäßigen Abständen vom Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft zu aktuellen Forschungsfragen veranstaltet.

Bd. 28 der Reihe Studien&Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts
Christian Marchetti: Dreißig werden. Ethnographische Erkundungen an einer Altersschwelle
2005 – 102 S.
ISBN 3-932512-33-2

Euro: 8,00
TVV-Mitglieder: Euro: 5,20

Feiern oder flüchten? Der 30ste Geburtstag ist für viele Betroffene kein harmloses Datum. Obwohl sich für den Einzelnen an diesem Tag objektiv nichts ändert, scheint er die Macht zu haben, gelinde Panik auszulösen, zumindest jedoch zur kritischen Bilanz, zum biographischen Ruck herauszufordern. In einer „dichten Beschreibung“ zeigt der Autor, wie seine Zeitgenossen diese Probleme bewältigen: wie der 30ste Geburtstag als ‚Hohefest des Individuums’ zur rituellen Individualisierung beiträgt und ein wenig Ordnung beim Einzelnen wie in der Gesellschaft schafft.

 

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